News und Berichte
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Lauterachs Gemeindefinanzen
im Fokus des Rechnungshofs

Im Zeitraum von Juli bis November 2024 prüfte der Bundesrechnungshof die
Konsolidierungsmaßnahmen der Marktgemeinde Lauterach. Ziele der Prüfung waren die finanzielle Situation der Marktgemeinde unter Einbeziehung der Finanzströme von und an Beteiligungen darzustellen, die Entwicklung der Verbindlichkeiten und Haftungen zu analysieren sowie die Konsolidierungsmaßnahmen zu beurteilen. Der überprüfe Zeitraum umfasste im Wesentlichen die Jahre 2020 bis 2023. Zur Darstellung langfristiger Entwicklungen erhob der Rechnungshof Sachverhalte auch ab 2010.
Im November 2025 wurde der finale Rechnungshofbericht der Marktgemeinde übermittelt, mit der Aufforderung, diesen in einer der nächsten Gemeindevertretungssitzung zu behandeln. In der Gemeindevertretungssitzung
vom 20. Jänner 2026 nahm sich die Gemeindevertretung ausführlich dem Bericht an.
Erhöhter Konsolidierungsbedarf
Im Kern gelangte der Rechnungshof zur Auffassung, dass in den Jahren 2010 bis 2023 der Schuldenzuwachs in Lauterach im Gegensatz zu den Vergleichsgemeinden aufgrund stagnierender Einnahmen und erhöhter Ausgaben überproportional zugenommen hat, somit die Pro-Kopf-Verschuldung in Lauterach überdurchschnittlich
anstieg und daraus ein Konsolidierungsbedarf abgeleitet wurde. Der Marktgemeinde wurde empfohlen, einen Konsolidierungsprozess mit konkreten Einsparzielen
einzuleiten, Grundsätze einer langfristigen wirtschaftlichen Gesamtstrategie
festzulegen und Reformen der Aufgabenerbringung sowie der Arbeitsprozesse zu forcieren.
Starkes Wachstum, gezielte Investitionen
Lauterach ist eine sehr stark wachsende Kommune, die in den vergangenen Jahren erheblich in die Weiterentwicklung der Gemeinde und ihrer Infrastruktur investieren
musste. Neben Schulbauten, Kinderbetreuungseinrichtungen, Radwegen und sonstiger Infrastruktur wurden zudem Investitionen in die Gesellschaft, insbesondere in die Vereine, getätigt. Zwangsläufig waren Darlehensaufnahmen dafür erforderlich.
Wird allerdings das gesamte Gemeindevermögen betrachtet, so wurden lediglich 29 % der Vermögenswerte mit Fremdmitteln finanziert. Die finanziellen Rahmenbedingungen
für Gemeinden haben sich insbesondere in den letzten drei Jahren erheblich verschlechtert. Die hohe Inflationsrate, die fehlenden Steuereinnahmen aufgrund
der schwächelnden Konjunktur und der stete Ruf nach weiteren Kinderbetreuungsplätzen erfordern Gegenmaßnahmen. Die Gemeindepolitik
hat sich der Empfehlung des Rechnungshofs angeschlossen und sich einstimmig für einen Konsolidierungsprozess ausgesprochen. Er wurde bereits im Juni 2025 gestartet und mit einer politischen Klausur samt Verabschiedung eines umfassenden
Maßnahmenkatalogs im Oktober abgeschlossen. Ein wesentlicher Teil des Einsparziels von 2 Mio. € konnte bereits realisiert werden. Die Marktgemeinde setzt den eingeschlagenen Konsolidierungskurs fort, um das Ziel vollständig zu erreichen.
Detaillierte Informationen finden Sie hier im Protokoll der Gemeindevertretungssitzung vom 20. Jänner 2026. Das Protokoll ist nach der nächsten Sitzung online abrufbar.