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Das Fesslerhaus wird zum Kinderhaus
Ausbau der Kinderbetreuung

Lauterach wächst: Etwa 10.600 Einwohner:innen zählt die Marktgemeinde aktuell.
Ein erfreuliches Zeichen für die hohe Lebensqualität, die Lauterach zu einem beliebten
Wohnort macht. Dieses Wachstum bringt aber auch einen steigenden Bedarf an
Kinderbetreuung mit sich, auf welchen die Marktgemeinde laufend reagiert. Mit dem
Umbau des Fesslerhauses in der Raiffeisenstraße entsteht ein neues Kinderhaus als
weitere Maßnahme, um dem steigenden Bedarf an Kinderbetreuung gerecht zu werden.
Architekturwettbewerb: Claudia Greußing und Christoph Kalb überzeugen mit ihrem Entwurf
Fünf Entwürfe wurden im Juni im Zuge eines Architekturwettbewerbs eingereicht – ein Projekt überzeugte die Jury und ging als Sieger hervor: Claudia Greußing und Christoph Kalb setzten sich mit ihrem Entwurf durch und werden den Umbau des historischen Fesslerhauses in eine zeitgemäße Kinderbetreuungseinrichtung realisieren. Aus der Sicht der Jury überzeugt der Entwurf unter anderem durch den gewünschten Umgang mit dem Bestand und dem größtmöglichen Erhalt der Freiflächen sowie durch die Organisation des nördlichen Außenraums.


Entsprechend den neuen Plänen lassen die Architekt:innen das Fesslerhaus behutsam sanieren und in neuem Glanz erstrahlen: Die Gaube und der südseitige Anbau werden entfernt, das Hinterhaus in Verlängerung des Wohntrakts neu aufgebaut. Auf diese Weise soll das Gebäude wieder in seiner ursprünglichen Form wirken. Der neue Eingang liegt künftig nordseitig, nahe den „Bringen-und-Holen“-Parkplätzen. Ein gepflasterter Platz verbindet Straße und Haus und sorgt für Sicherheit im Zugangsbereich. Der Neubautrakt ergänzt den Bestand um vier Gruppenräume, einen Bewegungsraum sowie einen Sprachtherapieraum. Innen sorgen eine zentrale Treppe, Aufzug und Lufträume für Offenheit.

Ein überdachter Außenbereich samt Spielgeräte-Lager und WC liegt künftig abseits, um das Hauptgebäude freizuhalten. Eine geschwungene Bobbycar-Strecke dient als Verbindung von Haupt- und Nebengebäude.

Materialkonzept zwischen Tradition und Moderne
Der ehemalige Wohntrakt besteht laut den neuen Plänen aus einem sanierten Holzfachwerk mit Natursteinfüllung, das teilweise sichtbar bleibt und die Geschichte des Hauses erzählt. Massivholzdecken und durchgehende Holzfußböden schaffen im Inneren einen fließenden Übergang zwischen Alt und Neu. Der neue Trakt wird ein vorgefertigter Holzbau mit heimischen Materialien, sichtbaren Holzoberflächen und vertikaler Holzschalung außen. Unterschiedliche Fensterformen und Sonnen- schutzlösungen unterstreichen auch hier den Kontrast zwischen Bestand und Neubau. Ein durchgehendes Dach und rhythmisch gesetzte Dachfenster verbinden beide Gebäudeteile zu einer harmonischen Einheit.

Öffentliche Präsentation des Siegerprojektes
Im Juli wurde das Siegerprojekt vor Ort interessierten Bürger:innen präsentiert. Bürgermeister Elmar Rhomberg erzählte den Anwesenden von den langjährigen Bemühungen der Marktgemeinde, das Fesslerhaus mit seiner rund 200-jährigen Geschichte zu erwerben. „Dank den fairen Verhandlungen mit dem Besitzer Felix Fessler dürfen wir nun ein traditionsreiches Haus erhalten und zeitgleich ein Kinderparadies erschaffen“, betont Elmar Rhomberg. Auch Vizebürgermeisterin Sabine Kassseger als Vorsitzende des Bildungsausschusses zeigt sich über den Umbau und die Schaffung einer neuen Betreuungseinrichtung begeistert. Christoph Kalb und Claudia Greußing freuen sich, diese anspruchsvolle Aufgabe für die Marktgemeinde umsetzen zu können: „Der Umbau des 200-jährigen Fesslerhauses in ein modernes Kinderhaus zeugt von Respekt gegenüber historischen Gebäuden und auch von deren Wertigkeit. Die Materialisierung und Konstruktionen der Sanierung und Erweiterung werden an den Bestand angepasst. Dadurch entsteht ein „neues“ Gebäude mit dem Charme der Vergangenheit.“ Der Lauteracher Christoph Kalb betont zudem: „Es ist schön in meiner Heimatgemeinde bauen zu dürfen.“

